Von der Ausbildungsskala hast du vermutlich schon mal etwas gehört. Ich möchte hier die einzelnen Punkte der Skala aufgreifen und dir nach und nach so erklären, dass du sie so gut wie möglich verstehst und damit dein Wissen erweiterst um dein Reiten zu verbessern. Außerdem freue ich mich auf deine Fragen zu dem Thema in den Kommentaren! Damit du auch die weiteren Teile der Serie nicht verpasst abonniere am besten meinen Newsletter. Das Formular hierfür findest du ebenfalls am Ende des Textes.

(1) Was ist Takt und warum ist das wichtig

Ganz allgemein beschreibt der Takt die Bewegungen deines Pferdes. Er ist etwas völlig natürliches und jedes gesunde und losgelassene Pferd zeigt freilaufend auf ebenem Boden taktreine Gangarten. Genau so soll das auch unter dem Sattel oder mit Reiterin auf dem Rücken bleiben.

Wenn Du Dir ein gesundes freilaufendes Pferd anschaust siehst du, wie sich alle Beine immer im gleichen Rhythmus bewegen und alle Schritte dabei gleich lang sind. Das gilt für den Schritt, den Trab und natürlich auch für den Galopp. Und genau das ist Takt. Man spricht dabei in der Fachsprache auch vom „räumlichen und zeitlichen Gleichmaß der Bewegungen“.

Du als Mensch hast in deinen Schritten auch einen Takt. Und zwar einen Zweitakt. Das kann man auch sehr gut hören. Am besten mit festen Schuhen auf hartem Boden. Wie aber hört es sich an, wenn du in einem deiner Schuhe einen Stein hast? Du trittst plötzlich anders auf, um den Druck zu verringern. Jeder zweite deiner Schritte verkürzt sich dadurch. Und schon klingt deine Bewegung nicht mehr gleichmäßig. Wenn der Stein spitz ist oder sich schon länger im Schuh befindet, sieht man es dann deiner Bewegung auch an. Du gehst „nicht mehr im Takt“. Am Anfang drückt es nur im Schuh. Doch dann bildet sich an dem Fuß eine fiese Blase. Und wenn du trotzdem weiter läufst merkst du allmählich auch an anderen Stellen deines Körpers Schmerzen. Häufig im anderen Bein. Weil du das gesunde Bein nämlich jetzt immer stärker belastest, um den schmerzenden Fuß zu entlasten.

Und genau so ist das auch bei deinem Pferd. Nur dass es natürlich keinen Stein im Schuh hat. Sondern zum Beispiel einen schlecht sitzenden Sattel. Oder einen Reiter, der noch nicht ausbalanciert und gleichmäßig sitzt. Oder einen störenden Impuls im Maul bekommt. Und natürlich sind diese Einflüsse dann nicht nur beim Reiten von Dressurlektionen vorhanden, sondern genauso, wenn du dein Pferd im Gelände reitest. Äußere Einflüsse können also den Takt stören. Das wiederum beeinträchtigt die Gesundheit. Und genau deshalb ist der Takt beim Reiten so wichtig! Denn du willst ja dein Pferd gesund erhalten.

Bei dir selbst übrigens spürst du den Stein recht schnell und machst ihn raus. Dein Pferd aber braucht deine Hilfe, um die von außen herbeigeführten Probleme zu beheben. Takt ist also keinesfalls nur fürs Dressurreiten wichtig sondern immer.

Wenn der Takt gestört ist weißt du also ab jetzt, dass dein Pferd irgend ein Problem hat. Und das musst du unbedingt finden, wenn du es gesunderhaltend reiten willst.

(2) Welche Gangart hat welchen Takt

Damit dein Pferd gesund bleibt, möchtest du es also immer im Takt bewegen. Beim Menschen muss man sich über die Frage „in welchem Takt“ wenig Gedanken machen. Wir haben nur eine Gangart. Und die gehen wir im Zweitakt. Bei deinem Pferd ist es in jeder Gangart anders. Im Schritt schreitet es im 4 Takt. Im Trab tritt es im 2 Takt und im Galopp springt es im 3 Takt. Wenn du also auf hartem Boden reiten würdest, könntest du im Schritt vier Hufaufschläge, im Trab zwei und im Galopp drei Hufaufschläge hören.

Da harter Boden für die Beine deines Pferdes aber auf Dauer ungesund ist und du da drauf natürlich nicht reiten kannst, musst du dein Gespür so weit entwickeln, dass du merkst, wenn dein Pferd nicht taktklar geht. Und dann sollten bei dir sofort alle Alarmglocken angehen, denn dann stimmt etwas nicht.

(3) Wie fühlt sich Takt an

Der richtige Takt ist im Schritt eigentlich am schwierigsten zu fühlen und somit ist er auch am schwierigsten zu erklären. Es ist ein gleichmäßiges Abfußen von den gleichseitigen Beinpaaren. Sie gehen zwar gleichseitig, aber nicht gleichzeitig vor. Hinten – vorne – hinten – vorne. Eins – zwei – drei – vier. Eins – zwei – drei – vier. Immer im genau gleichen Rhythmus.

Der Trab ist einfach. Hierbei fußen immer zwei diagonale Beine geichzeitig ab. Also ein Hinterbein mit dem gegenüberliegenden Vorderbein gleichzeitig und dann die beiden anderen. Eins – zwei – eins – zwei.

Der Galopp ist auch super einfach. Zumindest wenn du Walzer tanzen kannst. Es ist nämlich genau der gleiche Takt. Eins – zwei – drei. Eins – zwei drei. Eins – zwei – drei. Wenn du nicht tanzen kannst erinnerst du dich bestimmt an den Hopserlauf aus Kinderzeiten. Stark vereinfacht gedacht ist auch das der gleiche Dreitakt.

(4) Was sind häufige Taktfehler

Jetzt fragst du dich vielleicht, wie sich denn typische Taktfehler anfühlen bzw. wie sie aussehen. Ganz grob vereinfacht ist der häufigste durch den Reiter verursachte Taktfehler im Schritt die „paßartige Verschiebung“. Im Trab sind es kurz-lange Tritte. Und im Galopp erfolgt eine Verschiebung in den 4 Takt. Das Ganze hat hauptsächlich mit den unterschiedlichen Fußfolgen zu tun. Auf diese werden wir in anderen Artikeln sicher auch noch mal genauer eingehen.

An dieser Stelle sei nur schon mal verraten: der Schritt mit Taktstörung fühlt sich dann wie ein Zweitakt an. Der gestörte Trab ist irgendwie unrund und eierig. Und im Galopp mit Taktproblem hast du das Gefühl, eher auf einem Schaukelpferd als auf einem echten Pferd zu sitzen.

(5) Wie kann ich Taktfehler korrigieren

Hier gibt es in meinen Augen nur eine korrekte Antwort: auf keinen Fall im Selbstversuch. Taktstörungen bzw. Taktfehler sind etwas für Ausbilder mit ganz viel Erfahrung und noch mehr Gefühl. Du als Reiterin oder gar Besitzerin hast schon viel richtig gemacht, wenn du Taktfehler bei deinem Pferd erkennst und dir dann professionelle Hilfe suchst. Falls du derzeit keine Trainerin hast, die dich begleiten kann kannst du dich gerne bei mir melden.

(6) Zusammenfassung

Das Allerwichtigste das du dir merken solltest ist, dass Takt wirklich wichtig ist. Und zwar, um dein Pferd gesund zu erhalten.  Deshalb ist Takt auch der erste Punkt der immer wieder angeführten Ausbildungsskala. Und weil Takt so wichtig ist, freue ich mich, wenn du hier in den Kommentaren deine Fragen postest. Was wolltest du schon immer zum Thema Takt wissen? Was ist für dich unklar? Wie kann ich dir bei diesem Thema helfen? Ich freue mich auf deine Fragen!

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